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D5 - Spitzkunnersdorf/ Hainewalde

PDF Datei Flyer in deutsch, tschechisch und polnisch ?Sanfte Wege zum Hainewalder Märchenschloss ?

Ein Genuss für Freunde des Barocks, alter Geschichten und romantischer Landschaften

Gehzeit: ca. 6,5 Std.
Weglänge: 16,6 km
Höhenunterschiede: : 320-438 m leicht zu gehen

Startpunkt: Poststraße, 02794 Spitzkunnersdorf

Wegbeschreibung

1. Etappe: Wanderparkplatz-Nikolaikirche-Neuer Friedhof

Auf dem Wanderparkplatz Poststraße studieren wir vorab eine Übersichtskarte und gehen dann rechts in die Poststraße rein - bis zur Dorfstraße. Diese biegen wir links ein und laufen entlang dem ?Spitzkunnersdorfer Wasser?. Direkt am Wasser stehen kleine ?Auenhäusern?. Früher durften arme Landbauern billig im Bachbereich bauen, schöne Häuser aber von jedem Hochwasser betroffen. Im Hintergrund stehen dann die großen Umgebindehäuser. Bevor wir den Abzweig Kirchweg hinauf gehen überqueren wir kurz das Wasser, um den malerischen Blick auf das Ensemble zu genießen (links das Pfarrhaus, rechts das kleine Glöcknerhaus, die Kirchschule ist leider seit den 90ziger Jahren verschwunden). Oben an der Kirche angekommen finden wir offene Türen die zur Besichtigung einladen (verlässlich geöffnete Kirche). Die evangelisch-lutherische Nikolaikirche wurde 1712?1716 auf der Stelle der alten Kirchen von 1372 und 1501 errichtet. Sie ist eine barocke Wandpfeilerkirche und wird seit 1980 in Etappen aufwendig saniert. Schön anzuschauen ist auch der Blumenschmuck im gesamten Kirchraum und die wertvolle Ausstattung mit Herrschaftsloge, Hochaltar und Kanzel.

(Bemerkungen zur Kirche: die Ausmalungen aus dem 19. Jh. wurden weg restauriert, die bemerkenswerten Kristallkronleuchter wurden 1810 bis 1840 in Tschechien in Kamenicky Senov / Steinschönau gefertigt und im Jahre 2000 von der Fa. Nemlein restauriert. Auf dem Altarbild ist ein äußerst seltenes Motiv zu entdecken, die Opferung Isaaks durch Abraham. Unter der Kirche liegen die Grüfte mehrerer Lehnsherrschaften.)

Nachdem wir die Kühle und Schönheit der Kirche genossen haben geht es weiter über die Hauptstraße auf den ?Neuen Friedhof?. Hier liegen Gräber einiger interessanter Persönlichkeiten. Wir verlassen ihn am hinteren Ausgang und wenden uns rechts zum Feldweg ?Zum Forsten? ortsauswärts.

2. Etappe: Neuer Friedhof – Sprungschanze am Forsten zur Karasekhöhle

Der Feldweg führt uns direkt zu den Wintersportanlagen am Forsten (links liegt das Pfarrlehen). Die kleine Sportanlage wurde 1969 eingeweiht und 1988 durch einen Kampfrichterturm und 1993 durch eine Flutlichtanlage komplettiert. Hier organisiert der Verein ?TSV 1861 Spitzkunnersdorf? Abteilung Wintersport nationale und internationale Wettkämpfe. Manchmal kann man dabei sogar auf den Seniorenweltmeister von 2012, Henry Hoffmann treffen. Wir steigen links neben der großen Schanze hoch. Oben sollte der Wanderer einen kurzen Abstecher nach rechts in den Wald machen. Nach wenigen Schritten entdecken wir links einen barocken Gedenkstein, den ?Neumann-Stein?. Die Inschrift berichtet von einem tragischen Todesfall. Zurück auf dem Hauptweg wandern wir weiter im Uhrzeigersinn um den Forstengipfel. Der alte Laubwald auf dem Berg (Phonolitfelsen 459 m über N.N.) steht unter Naturschutz. Deshalb biegen wir auf den grünen Waldweg ein, der durch Grenzsteine aus der Zeit der Kyaw Herrschaft /18. Jh. gekennzeichnet wird. Auf der nächsten Kreuzung treffen sich 5 Hauptwanderwege. (Tipp vom Wegeführer: ?Am schönsten ist es hier morgens gegen 4:30 Uhr, wenn die Natur erwacht?). Wir biegen links ein und gelangen nach wenigen Metern zum ?Weißen Stein?. Diese Felsengruppe aus Quarzit, etwa 7 m hoch, weist auf Reste einer Höhle hin, in der um 1800 der Räuberhauptmann Karasek mit seiner Bande Schutz gesucht haben soll. Karasek ist eine vielschichtige Figur, welche die Oberlausitzer scheinbar noch heute beschäftigt.

3. Etappe: Karasekhöhle – Peterquelle - Gastwirtschaft“ Forsthaus“

3. Etappe: Karasekhöhle ? Peterquelle - Gastwirtschaft? Forsthaus?
Wir wandern den großen Waldweg weiter und biegen an der nächsten Kreuzung links ab. Nach wenigen Metern entdecken wir rechts einen Pfad, der mit trocknen Ästen gekennzeichnet wird. Am Ende des Pfades steht ein Gedenkstein welcher auf ein Ereignis von 1765 mit schönen alten Schriftzügen hinweist.
Zurück auf dem Waldweg machen wir nun links einen Abstecher zur Peterquelle. Die Quelle wurde gefasst im Zuge des Kirchwasserleitungsbaues zu Ehren des damaligen Pfarrer Peters. Um uns herum ist ein Wald voller Pilze. Den durchqueren wir in östlicher Richtung und wenden uns nach rechts.
An einer Lichtung verrät uns Herr Neumann, dass diese Windbruchschneise das Werk des Tornados aus dem Jahre 2003 ist. Bald erreichen wir eine große Waldwegekreuzung und entscheiden uns für einen kleinen Umweg zum Forsthaus (ist ausgeschildert), einer vorzüglichen Waldgaststätte. Neben kühlem Eibauer Bier gibt es hier Aroniawein (Aronia ist eine Apfelbeere, welche vielerorts zu den Heilpflanzen gezählt wird.)

4. Etappe: “Forsthaus“- Kanitz-Kyawsche Gruft

Zurück auf der großen Kreuzung wandern wir nun auf dem ausgeschilderten ?Viktoriaweg? Richtung Hainewalde. Am Wegesrand liegt die herrschaftliche Jagdhütte, welche vor etlichen Jahren als Filmkulisse diente. Unser Weg wird im Frühjahr von Lupinen umrahmt. Bald erreichen wir den Waldrand und genießen einen Blick zum Jeschken und Isergebirge.
Der Spruch unseres Routenplaners: ?Je weiter der Blick ? desto freier der Sinn?.

Wir wandern rechts am Waldrand weiter, vorbei an der historischen Jagdeinrichtung?Krähenhütte? (heute ein mit Sträuchern zugewachsener Hügel) und dann links runter Richtung Hainewalde. Vor den ersten Häusern stand früher die ehemalige Einsiedelei ?Neurussland? Hier schufen sich nach dem 2. Weltkrieg Vertriebene aus dem Sudetenland ein Refugium. Am Ortsrand biegen wir links in die Limonadenquelle ?Menschel-Limo? ein, einem kleinen Familienbetrieb seit 113 Jahren. Der heutige Geschäftsführer Peter Zabel schenkt gerne die gut gekühlte Brause ein und erzählt dabei, wie es gelingen konnte, diese Firma bis heute zu erhalten. Die Zufahrtsstraße führt uns vorbei an schwer beladenen Apfelbäumen hinein ins Dorf. Dort biegen wir links Richtung barocker Dorfkirche ein. Gebaut wurde sie von 1705 bis 1711 in der Zeit, als die Schweden in Sachsen einfielen. Stifter der Kirche waren Otto Ludwig von Kanitz und seine Gattin Victoria Tugendreich von Kanitz. Die eigentliche Überraschung wartet hinter der Kirche auf uns, die Kanitz-Kyawsche Gruft. Sie wurde 1715 im Barockstil erbaut und hat eine etwas düstere mystische Ausstrahlung (umgangssprachlich ?Unruhe? oder ?Ungeduld genannt). Eine Informationstafel nebenan verrät uns die Bedeutung der Symbolik und Figuren. Am hinteren Friedhofsausgang befindet sich das ehemalige Kirchhospitz. Es wurde von Viktoria gestiftet aus Dankbarkeit über die Scheidung von ihrem ersten Mann Johann Georg von Wehlen. Es ist ein wunderbarer Ort, man möchte eigentlich nicht weiter, aber Hainewalde hat noch einiges Sehenswertes zu bieten.

5. Etappe: Kanitz-Kyawsche Gruft - Barockschloss - Spitzkunnersdorf

Die Dorfstraße führt uns hinab zur Mandau, vor dem Fluss wenden wir uns links Richtung Schloss. Auf der gegenüber liegenden Flussseite spiegeln sich die schönsten Umgebindehäuser. Kurz vor einer alten Rundbogenbrücke treten wir links in den Schlosspark ein. Vor uns liegt ein Barockpark mit mehreren Terrassen, darüber trohnt das ?neue Schloss? von 1749-55. Es lohnt sich hinein zu schauen. Meist werden hier Ausstellungen gezeigt, organisiert vom Förderverein zur Erhaltung des Kanitz-Kyaw?schen Schlosses e.V. Das Gebäude wurde bautechnisch gesichert aber eine Sanierung steht noch aus. Besonders reizvoll ist ein Blick von der obersten Etage auf das alte Wasserschloss nebenan und den kleinteiligen Ort. Nach ausführlicher Besichtigung biegen wir zwei Terrassenstufen tiefer rechts in den englischen Teil des Parks ein. Die Schönheit des Parks lässt sich nur noch erahnen. Oben angelangt verlassen wir über den Wirtschaftshof das Schlossareal und wandern auf der Landstraße zurück Richtung Spitzkunnersdorf (rechts liegt das Vorwerk vom Hainewalder Schloss).
Wer noch etwas Zeit hat kann alternativ auch am alten Wasserschloss vorbei der Mandau ein wenig folgen und über den ausgeschilderten Victoriaweg bis zur Ortsverbindungsstraße Spitzkunnersdorf ? Hainewalde gehen.
Nach ca. 1km geht dann links ein Feldweg ab, ausgeschildert als Victoriaweg. Er schlendert durch Feld und Wald und bald sehen wir den Ort Spitzkunnersdorf. Vorbei am Sportplatz finden wir schnell den Ausgangspunkt unserer Wanderung wieder.
Doch Achtung, am ersten Haus links (das Altenteil der ehemaligen Dorfschmiede) ist ein Schild von 1834 zu entdecken. Dieses diente der Sicherung des Cholera-Grenzgenbietes. Gegenüber steht ein Wegweiser aus den 30ziger Jahren. Dargestellt wird der besorgte Dorfschmied mit seiner Frau und in der Hand einen Steuerbescheid. Da können wir wohl alle mitfühlen.

kurze Umschreibung des Gesamtweges :

? Anfahrt mit dem PkW zum Wanderparkplatz Poststraße
? Bahnanschluss: (Bahn: Abfahrt- und Ankunftzeiten siehe Deutsche Bahn und ZVON)
? mit dem Bus Linie R24 (Abfahrt- und Ankunftszeiten siehe KVG)
Weglänge: 16,6 km,
Wegdauer: 6,5 Std. mit Erkundungen am Wege, Gehzeit 3 bis 4Std.
Höhenunterschiede: 320 - 438 Schwierigkeitsgrad: - geeignet für Fußgänger, Radfahrer, Sportkinderwagen (z.B. ?Jogger?)

Wissenswertes über die Region

Seit Mitte des 12. Jahrhunderts zogen während der deutschen Ostsiedlung viele Kolonisten unter der kaiserlich-böhmischen Krone in die Oberlausitz. Das Waldhufendorf Spitzkunnersdorf wurde 1347 das erste Mal als Kirchdorf mit Namen Cunarstorf erwähnt. 1635 wechselte die Oberlausitz und somit auch Spitzkunnersdorf als Ausgleich der Kriegsschulden aus dem Dreißigjährigen Krieg zum Kurfürsten von Sachsen. Ab dem 19. Jahrhundert entwickelte sich die Textilindustrie zum wichtigsten Industriezweig der Region. Wie im gesamten deutsch-tschechisch-polnischen ?Umgebindehausland? zeichnen sich Spitzkunnersdorf und Hainewalde durch eine Vielzahl denkmalgeschützter Umgebindehaüser aus. Oft wurden sie verziert mit kunstvollen Sandsteintürstöcken, Fensterblenden und Schieferverkleidungen. Diese einmalige Architektur in einer romantischen Landschaft gelegen und die hier gesprochene Oberlausitzer Mundart (Äberlausitz) sind sicher Ursachen für die besondere Heimatverbundenheit der Oberlausitzer ? aber auch für die vielen dankbaren Gäste aus aller Welt.

Vorstellung des Routenplaners

?vom Rennsteigläufer zum Heimatkundler? (der GutsMuths-Rennsteiglauf wird seit 1973 jährlich Mitte Mai auf dem Rennsteig im Thüringer Wald ausgetragen. Er gilt als größter Volkslauf Europas mit ca. 14.000 teilnehmenden Läufern und Wanderern). ? Geboren am 11.08 1957 in Ebersbach/OL ? Baute sich mit seiner Familie in Spitzkunnersdorf ein Haus, 1 Sohn ? war viele Jahre als gelernter Elektriker in ganz Deutschland auf Montage Elektromeister in Industrie und Landwirtschaft, Tätigkeit in Handwerk und Montage bis nach Flandern ? stellvertretender Vorsitzender des Vereins Nikolai-Kirche Spitzkunnersdorf e.V. www.spitzkunnersdorf-nikolaikirche.... Interessen- Leidenschaften- wichtigste Projekte: ? Sportliches Wandern (nahm ab 1979 ca. 8 Jahre am Rennsteiglauf teil) ? liebt seinen Ort mit seiner einmaligen Kirche und dem beispiellosen Vereinsleben ? setzt sich seit 10 Jahren intensiv für den Erhalt der Dorfkirche ein Wünsche für seine Heimat: In schweren Zeiten hat Matthias Neumann in seiner Heimat Menschen getroffen, die ihm geholfen haben. Bei Ihnen kommt religiöse Ethik und Herzensgüte zusammen. Seit dem lebt er nach seinem Motto ? Wenn ich morgens aufstehe, soll der Tag nicht schon gelaufen sein?. Übersetzt heißt das: ?Bewusst und aktiv die eigene Lebenszeit nutzen, das tut uns und der Gemeinschaft gut?. Er hofft, diese Lebenskraft bleibt uns allen erhalten.

  • evangelisch-lutherische Nikolaikirche

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    malerischen Blick auf das Ensemble rund um die Kirche (links das Pfarrhaus, rechts das kleine Glöcknerhaus

    evangelisch-lutherische Nikolaikirche
  • Wintersportanlagen am Forsten

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    Wintersportanlagen am Forsten
  • Der Weiße Stein

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    um 1800 Höhle des Räuberhauptmann Karasek

    Der Weiße Stein
  • Ortsrand von Hainewalde

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    Ortsrand von Hainewalde
  • Kanitz-Kyawsche Gruft

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    Kanitz-Kyawsche Gruft
  • Kanitz-Kyaw?sche Schlos

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    Alte Ansicht

    Kanitz-Kyaw?sche Schlos
  • Rückweg über den Victoriaweg

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    Rückweg über den Victoriaweg
  • das Altenteil der ehemaligen Dorfschmiede

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    das Altenteil der ehemaligen Dorfschmiede



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