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D4 - Jonsdorf

PDF Datei Flyer in deutsch, tschechisch und polnisch ?steinreiche Grenzwege zwischen Böhmen und Sachsen?

Diese Wanderung ist ein Genuss für Freunde der Geologie, Geschichtsinteressierte und Naturliebhaber

Gehzeit: ca. 5 bis 6 Std.
Weglänge: : lang 15,5 km, kurz 13,5 km
Höhenunterschiede: 430m ? 690m ? 793m

Startpunkt: Größschönauer Straße, 02796 Jonsdorf

Wegbeschreibung

1. Etappe: über den Jonsdorfer Bauerngarten zum alten Steinbrecherweg

Unser Parkplatz Waldbühne liegt an der Größschönauer Straße am Ortsrand. Wir schwenken gegenüber der Straße links am Ende des Parkplatzes in den Waldweg ein (S/O),
laufen diesen bis zur zweiten Wegekreuzung und biegen dort links ab Richtung Ort. Wir gehen in die Straße ?Im Wiesental? bis zum ?Oberlausitzer Bauerngarten?, ein wunderschöner Blumengarten.
Nach einer kleinen Pause verlassen wir den Garten und gehen gegenüber in den Lindenweg. Auf halber Strecke, nach ca. 200m, schauen wir rechts in die Weberstube hinein. Danach geht es weiter bis zur Kreuzung (kleiner Kreisverkehr mit Mühlsteinen in der Mitte). Dort biegen wir rechts in die kleine Straße ein um dann gleich wieder rechts die schmale Treppe aufzusteiegen in den ?Alten Steinbrecher Weg?. (Auf diesem Weg zogen die Steinbrucharbeiter zum Sonnenaufgang los.) Der Steg führt in den Wald hinein (am Waldrand wächst Waldmeister), dort biegen wir die erste Wegkreuzung links ein und gelangen auf den Sportplatz. Gegenüber sehen wir eine Wanderkarte ?Jonsdorfer Mühlsteinbrüche?. Hier steigen wir in den ausgeschilderten Naturlehrpfad ein, der recht bergauf führt.

2. Etappe: Naturlehrpfad „Jonsdorfer Mühlsteinbrüche“ bis zum Deutsch-Tschechischen Grenzweg „Cottaweg“ im Naturschutzgebiet „Jonsdorfer Felsenstadt“

Wir steigen auf dem ausgeschilderten Pfad die Treppe hoch, kommen am ehemaligen Werkzeugschuppen vorbei und entdecken links an der Felsenwand Spuren aus dem 15./16. Jh. Rechts sind Reste einer Bergbau - Steinrutsche erkennbar und links die Felsformation ?Drei Tische?. Wir gehen geradezu durch die Felsformation ?Mausefalle? (1908 beim Felssturz entstanden) und gelangen in den Steinbruch ?Bärloch?. Dieser wurde von 1560 bis 1863 betrieben. Links steht eine Bergarbeiterskulptur, welche von dem Großhennersdorfer Künstler Herrn Schönfelder geschaffen wurde. Dieser Künstler wirkte auch am Herrnhuter Skulpturenpfad mit (siehe Tour D2). Im ?Bärloch? sind einige geologische Besonderheiten zu entdecken, zum Beispiel angeätzter Sandstein und Schwefelflechte. (Diese besteht zu 80% aus Pilzkulturen und 20% aus Algen.) Im unscheinbaren Wasserloch am Ausgang des Steinbruchs (links in der Felswand) wurden früher Werkzeugstiele angequollen. Um uns herum wächst ?Hasenlattig? und ?Mauerlattig?. Wir wandern den Lehrpfad zum Steinbruch ?Weißer Felsen? (von 1600 bis 1917 betrieben). Hier wurden weiße Mühlsteine erstellt. Drinnen sind geologische Besonderheiten zu bewundern (z.B. ein Spaltenkreuz). Wir suchen den schmalen Pfad links hoch zur Steinbruchschmiede. Oben angekommen stehen wir vor der ehemaligen Pulverkammer. Ein Blick zurück lohnt sich, denn gegenüber auf der Felsenwand ist wieder eine Skulptur zu entdecken. Hinter der Felsformation hat der Wanderer einen schönen Blick bis zur Landeskrone vor Görlitz und auf die Kirche von Altjonsdorf. Wir bleiben auf dem Lehrpfad und stehen bald oberhalb des kleinen ?Kellerbergsteinbruchs?. Hier kann man nicht hinabsteigen. Die Wände bestehen aus liegenden Basaltsäulen. Gegenüber im Wald sind bei genauem Hinschauen noch die alten Transportgassen zum Bruch zu erkennen. Wir laufen weiter auf dem Lehrpfad, durch einen mit Farnen bewachsenen Wald bis zur ?Alten Schmiede?. Vor dieser gehen wir rechts den Pfad hinein zum ehemaligen ?Schnapslager?. Der Schnaps sollte die Bergbauarbeiter vor der berüchtigten ?Staublunge? schützen. Die Arbeiter wurden damals kaum 40 Jahre alt. Zurück auf dem Hauptweg gehen wir weiter und machen nach ca. 50 m wieder einen kleinen Rechtsschwenk zum ehemaligen Lagerplatz. Hier standen einst die Zimmererwerkstätten. In die alten Mauerreste wurde eine Steintafel eingelassen, welche an die Begründer des Schutzgebietes ?Jonsdorfer Felsenstadt? erinnert. Wir verlassen den kleinen Platz und wandern weiter bis zum ?Schwarze Loch?, dem größten der 4 Brüche. Er ist bis 50m tief und kann nach Anmeldung in der Tourismusinformation besichtigt werden. Der Zugang, eine hohe schmale Felsenschlucht, wurde von den Steinbrucharbeitern mit einfachem Werkzeug, dem ?Zweispitz? ausgeschlagen. Zurück auf den Hauptweg geht es weiter bis zur ?kleinen und großen Orgel?. Das sind zwei senkrecht stehende Sandsteinsäulengruppen. Wir steigen rechts hoch und genießen dort einen herrlichen Ausblick ins Zittauer Gebirge (geometrischer Punkt, früher mit Wetterfahne). Zurück auf den Lehrpfad verlassen wir diesen und laufen nun auf dem rot markierten ?Orgelweg? weiter. Jede der Felsformationen am Wegesrand trägt einen eigenen Namen. Nach einiger Zeit macht der Weg eine scharfe Rechtskurve. Diese laufen wir mit und folgen weiter der roten Markierung. Wir befinden uns auf einem alten Deutsch-Tschechischen Grenzweg. Die nächste große Wegkreuzung ist ein ehemaliger Grenzübergang, durch Felsbrocken markiert. Dort geht es weiter auf deutscher Seite auf dem ?Cottaweg?.

3. Etappe: entlang dem Cottaweg, auf der alten deutsch-böhmischen Grenze über die Rübezahlbaude in Waltersdorf bis hinauf auf die Lausche (793 m)

Der Cottaweg ist ein alter romantischer Grenzpfad, von riesigen Bäumen (meist Buchen) gerahmt, schattig und kühl. Schon nach wenigen Metern erreichen wir den beliebten Kletterfelsen Falkenstein, den wir rechts umrunden. Dahinter steigen wir etliche Stufen hinunter zum großen Hochmoor. Der Weg führt durchs ?Schubertloch?. Der Name stammt von einem ehemaligen Bauernhof auf tschechischer Seite. Dieser Hof und weitere 24 Häuser wurden leider nach 1945 gesprengt und restlos beseitigt.
Der Weg führt uns wieder in den Wald hinein. Wer sich jetzt aufmerksam umschaut entdeckt am Wegesrand einen besonderen historischen Grenzstein. Dieser sollte wahrscheinlich an die Durchreise des ungarischen Königs Matthias von Ungarn nach Bautzen erinnern. (Matthias 1557- 1619 war seit 1608 König von Ungarn und seit 1611 auch König von Böhmen. Sein Wahlspruch lautete Concordia lumine maior ?Eintracht ist stärker als Licht?)
Bald erreichen wir das ?Lauschemoor?, welches wir auf einem Holzsteg überwinden. Im Frühjahr wächst hier Baldrian, später Pfeifengras, Sonnentau und Läusekraut (Achtung Kreuzottern). Nach einem weiteren Stück Wald erreichen wir das Grenzhotel ?Rübezahlbaude?. Hier lohnt es sich einzukehren. Vor der Baude, am Ende des Parkplatzes kann wir auf langen Bänken den Blick auf den Ort ?Waltersdorf? genießen.

Nach der Erfrischungspause können wir uns entscheiden:

Reichen die Kräfte nicht mehr oder ist die Zeit zu knapp, dann ist der kürzere Weg zu empfehlen. Wir überqueren die Grenze und schlagen den rechten Weg nach Myslivny ein. Am Ende des Ortes treffen wir wieder auf unseren Weg.

Die anspruchsvollere Tour führt über die Lausche ? langer Weg.
Wir bleiben auf der deutschen Seite und wandern den Weg zur Lausche hinauf. Achtung: am Wegrand liegt ein großer Stein, auf dem ein Symbol zu erkennen ist. Das ist eine 100 Jahre alte Kennzeichnung des ?Kammwegs vom Jesken bis zum Rosenberg?. Links am Hang wachsen Einbeeren. Wir überqueren zwei Skihänge. Im Wald folgen wir der Ausschilderung und gehen an der ersten Wegekreuzung links steil hinauf. Die etwas anstrengende Steigung wir mit schönen Ausblicken belohnt.
Oben angekommen ruhen wir auf den baulichen Resten der ehemaligen ?Lauschebaude? aus. Diese beliebte Bergbaude ist 1946 abgebrannt. Wir genießen und bewundern den Rundblick vom Elbsandsteingebirge bis zum Riesengebirge. Unter uns liegen das ?Hammerbachtal? mit einer Schwefelquelle und das ?Jägerdörfel?, das höchstgelegen Dorf der Oberlausitz.

4. Etappe: auf tschechischer Seite die Lausche hinab über Horni Svetla nach Dolni Svetla

Wir gehen an der Südseite den gut ausgeschilderten Weg hinab ins Tschechische. Am Wegesrand entdecken wir den obersten Brunnen auf Tschechischer Seite. Unser Weg endet in Myslivny. Hier treffen wir mit den Wanderern zusammen, welche die kurze Strecke gewählt hatten und bei einem guten tschechischen Bier auf uns warten. Wir gehen ein Stück die ausgeschilderte Straße hinab (rechts runter) und zweigen in den ersten großen Waldweg rechts hinein. Der Abzweig führt an der ersten Waldkreuzung geradeaus und macht dann irgendwann eine scharfe Linkskurve. Rechts im Wald können wir bei genauem Hinschauen zwei gut sichtbare Köhlerplätze der ehemaligen Glashütte in Oberlichtenwalde (Horni Svetla) erkennen. Der Weg führt uns direkt zum obersten Ortsrand von Horni Svetla. Wer Interesse hat kann vor dem Verlassen des Waldes noch etwas weiter geradeaus laufen und nach einem Gedenkstein von 1913 suchen. Von dort schlagen wir uns links ?zurück an den Waldrand durch und haben einen herrlichen Blick über die großen Wiesen von Oberlichtenwalde. Sind wir am ersten Haus (ein Umgebindehaus, welches völlig neu aufgesetzt wurde) angekommen, schlängelt sich eine romantische Dorfstraße hinab, vorbei an gepflegten Denkmalen, Blumengärten und Wiesen. Halten wir die Richtung, kommen wir an zwei guten Gaststätten vorbei. Es geht weiter bergab auf einer Landstraße ins tiefer gelegene Dolni Svetla. Gleich hinter der Brücke, auf der linken Seite finden wir die ?Alte Gaststätte? Hier ist Rasten Pflicht, denn "Svijany Bier" vom Fass und super Eisbecher versprechen echte Erfrischung.

5. Etappe: von Dolni Svetla bis zurück nach Jonsdorf

Hinter der ?Alten Gaststätte? biegen wir links in die Dorfstraße ein, welche bis zum Ortsausgang ansteigt. Unterwegs sehen wir die Ruinenreste des ehemaligen Rathauses rechts und der Feuerwehr links. Eine weitere Gaststätte lädt ein und am Ortsausgang finden wir links eine kleine Kapelle. Die Dorfstraße geht allmählich in einen Waldweg über und teilt sich. Wir gehen den rechten Weg weiter an dem noch immer rechts und links Ruinenreste und alte große Hofbäume zu entdecken sind. Hier standen bis nach 1945 Bauernhöfe. Wir laufen den Feldweg hinauf an saftigen Wiesen vorbei bis in den Wald hinein. Parallel zu unserem Weg verläuft nach Ansicht unseres Wegeführers ein alter Hohlweg (Geländeprofilierung und Fahrspuren). Wir überqueren den Grenzweg und laufen geradeaus hinab nach Jonsdorf. Der Weg führt unterhalb der "Nonnenfelsen" aus dem Wald hinaus. Wer noch etwas Zeit hat, sollte vorher den kleinen Abstecher hinauf auf den "Nonnenfelsen" wagen. Es lohnt sich. Jonsdorf begrüßt uns mit einem gepflegten Kurpark und dem Kurpark Cafe. Gehen wir an der Gaststätte und dem Hotel vorbei, dann gelangen wir wieder auf die ?Größschönauer Straße?. Diese laufen wir ca. 50 m geradeaus und erreichen unseren Startpunkt der Wanderung, den Parkplatz.

Anfahrt:

Anfahrt mit dem PkW zum Parkplatz Gondelfahrt
? A4 bis Bautzen - B96 über Oppach bis Oderwitz, dann Landstraße bis Jonsdorf
? A4 bis Bautzen Ost - B6 bis Löbau, B178 bis Herrnhut nach Zittau, Landstraße bis Jonsdorf
? aus Richtung Dresden - über die B6 bis Bischofswerda, B98 bis Oppach, B96 bis Oderwitz, Landstraße bis Jonsdorf
? A4 bis Görlitz - B99 über Ostritz nach Zittau, Landstraße bis Jonsdorf
Bahnanschluss: bis Bahnhof Zittau (Abfahrt- und Ankunftzeiten siehe Deutsche Bahn)
mit der Bimmelbahn nach Jonsdorf (Abfahrt- und Ankunftzeiten siehe SOEG)
mit dem Bus Linie 5 Zittau-Olbersdorf-Kurort Jonsdorf (Abfahrt- und Ankunftzeiten siehe KVG)


Wissenswertes über die Region

Was gibt es sonst noch in Jonsdorf? ? Solarbeheiztes Gebirgsbad ? 32 km Skiwanderwege , Skilift ? Eissport- und Veranstaltungshalle ? die Waldbühne ? das Schmetterlingshaus • Umgebindehäuser, Volksbauweise aus dem 17. bis 19. Jahrhundert

Vorstellung des Routenplaners

Manfred Lorenz - ?unterwegs mit einem Urgestein? Geboren in Bertsdort/ Hänischmühle (jetzt Ortsteil von Jonsdorf), Familiengründung in der Oberlausitz. Beruflicher Werdegang: Maurer, Polier, Facharbeiter, Lehrlingsausbilder (PGH Bauhandwerk) Ehrenamtlich absolvierte er eine Pilzberaterprüfung und besetzte danach durchgehend die Pilzberatungsstelle im Ort. Über Jahre bot er den Gästen ?Pilzwanderungen? an. Er ist Mitglied des Vereins ?Freunde der Mineralogie und Geologie? und Gründungsmitglied des ?Johnsdorfer Gebirgsvereins 1880 e.V.? Interessen- Leidenschaften: Er ist leidenschaftlicher Wanderführer durchs Zittauer Gebirge (ca. 100 bis 150 mal im Jahr). Schwerpunkt dabei ist der Mühlsteinbruchweg. Herr Lorenz legt großen Wert auf qualitativ hochwertige geologische Informationen. Ehrenamtlich arbeitet er an der Ortschronik von Jonsdorf. Zukunftspläne: Buchveröffentlichungen ?Gibt es Gold im Zittauer Gebirge? und ein Buch über alle Berge der Oberlausitz in Tschechien und Deutschland (es gibt auf deutscher Seite ca. 70, auf tschechischer Seite ca. 200 Oberlausitzer Berge) Wünsche für seine Heimat: Ich lebe hier in einem Urlaubsparadies, auf jeder Wanderung entdecke ich etwas Neues. Meine Heimat ist voller Geschichte und Geschichten ? die möchte ich unseren Gästen nahe bringen ?meine Politik ist die Natur?

  • Manfred Lorenz - ein Jonsdorfer Urgestein

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    auf dem alten "Steinbrecherweg" geht es in die Mühlsteinbrüche

    Manfred Lorenz - ein Jonsdorfer Urgestein
  • die Steinbruchschmiede

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    der "Lehrpfad" führt uns zur ehemaligen Schmiede. Dahinter findet man Reste des "Schnapslagers"

    die Steinbruchschmiede
  • hinauf zur großen Orgel

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    dort erwartet uns ein herrlicher Ausblick ins Zittauer Gebirge

    hinauf zur großen Orgel
  • Cottaweg, auf der alten deutsch-böhmischen Grenze

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    kühl und schattig

    Cottaweg, auf der alten deutsch-böhmischen Grenze
  • Rast an der Rübezahlbaude

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    hier trennen sich der kurze und der lange Weg

    Rast an der Rübezahlbaude
  • Rundblick auf der Lausche

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    mit 793m der höchste Berg im deutschen Teil der Oberlausitz

    Rundblick auf der Lausche
  • Myslivny

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    der erste Ort im Tschechischen. Hier treffen sich der lange und der kurze Weg wieder.

    Myslivny
  • Dolni Svetla

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    die "Alte Gaststätte" bietet Svijany Bier vom Fass und erfrischende Eisbecher

    Dolni Svetla



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